Provider     Webmail Bibel Online     Evangeliumsnetz  

Start Kleinanzeigen

Werbung

Mediadaten
Ihr Werbebanner
Bannerstatistiken
 
Kontakt & Impressum

Kontakt
Häufige Fragen
Nutzungsbedingungen
Impressum

news

Und wer denkt an mich?

Gedanken einer arbeitenden Krankenschwester zu Hartz IV

Hartz IV. Dieser Begriff begleitet uns gewollt oder ungewollt seit nunmehr 5 langen Jahren. 5 Jahre lang Nachrichten, Schicksalsberichte, Politdiskussionen, Wahlkämpfe, TV-Realityshows und vieles mehr.

Hartz IV -Empfänger stehen im Focus der Gesellschaft.

Ich nicht.

Nein, ich stehe nicht im Rampenlicht, um meine Situation kümmert sich niemand, denn ich bin eine ganz normale kleine Arbeitnehmerin.

Ich arbeite 40 Stunden die Woche, Montags bis Freitags im Schaukelschichtbetrieb, jedes zweite Wochenende und an mindestens der Hälfte der Feiertage bin ich an meinem Arbeitsplatz, genau so wie in den vielen Überstunden, die ich mache. Krankenkasse, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung, Soli und Steuern werden mir jeden Monat von meinem Gehalt abgezogen.

Meine Kinder sind 9 und 12 Jahre alt. Seitdem sie klein sind, gehen sie in Krippen, Kindergärten und Schulhorte, an Wochenenden und Feiertagen, sowie in den Ferien sind sie häufig allein zu hause, denn es gibt wenige günstige Ferienfreizeiten und die Plätze dort sind rar. Manchmal können die Großeltern oder Bekannte einspringen, leider nicht so oft wie gewünscht, denn sie sind selbst berufstätig oder wohnen zu weit weg. Wir haben eine kleine 3-Zimmerwohnung, ich schlafe im Wohnzimmer, damit beide Kinder ein eigenes Zimmer haben.

Ich bin oft traurig, dass ich morgens schon längst aus dem Haus bin, wenn meine Kinder aufstehen. Sie müssen sich selbständig für die Schule zurecht machen, ebenso, wie sie alleine nach hause kommen, meist noch in eine leere Wohnung, denn mein Dienst endet spät. An 3 Tagen gehen sie in das Mittagsangebot ihrer Schule, die anderen Tage wärmen sie sich das von mir vorgekochte Mittagessen auf.

Von meinem Gehalt als Krankenschwester von 1300 Euro netto und den 368 Euro Kindergeld bezahle ich die Wohnung mit 640 Euro warm, den Strom mit 100 Euro, die GEZ, das Telefon, die Mittagsbetreuung für beide Kinder mit zusammen 60 Euro, meine Monatskarte mit 75 Euro, monatliche Rücklagen für zusätzliche Heizungs-und Stromkosten 50 Euro usw., usw........

Die Kinder brauchen Schulmaterial, sie brauchen Kleider, Schuhe, Geld für Schulaktivitäten, Ausflüge oder Klassenfahrten. Sie möchten einen Sport betreiben oder ein Instrument erlernen. Für all dies Dinge und die nötigen Lebensmittel bleiben mir im Monat 678 Euro.

Jetzt stelle ich mir mein Leben als Hartz IV-Empfängerin vor.

Ich bekäme die Miete in vollem Umfang bezahlt, ebenso die Heizkosten. Für mich und die Kinder ist der Hartz IV-Satz etwa zusammen 864 Euro. Die Monatskarte würde ich mir sparen, denn ich müsste ja nicht mehr täglich zur Arbeit fahren. Die Mittagsbetreuung für meine Kinder wäre auch überflüssig, denn ich würde ja zuhause mit einem warmen Mittagessen auf sie warten. Ebenso hätte ich mehr Zeit, um in weiter entfernten preiswerteren Geschäften einzukaufen, oder ich könnte mir einige brauchbare Lebensmittel von der Tafel holen.

Morgens wäre ich für meine Kinder da, wenn sie aufstehen, nachmittags hätte ich Zeit für die Hausaufgaben, Spiele, Spaziergänge o.ä.. Auch die Kosten für die Ferienfreizeiten und die vielen teuren Zugfahrten zu den Familienbabysittern fielen nicht mehr an .

Mir blieben grob gerechnet 649 Euro zum Leben.

Als Hartz IV -Empfängerin könnte ich auch noch weitere Kinder bekommen, denn jedes Kind erhöht meine finanziellen Ansprüche beträchtlich. Ich hätte Anspruch auf mehr Wohnraum, Kinderausstattung und vieles mehr. Meine soziale Lage würde sich als Arbeitnehmerin mit weiterem Nachwuchs hingegen dramatisch verschlechtern.

Mein Arbeitgeber interessiert sich nicht für die Zahl meiner Kinder, mein Gehalt bliebe gleich. Spätestens nach 10-12 Monaten Eltern-bzw. Mutterschaftsgeld wäre ich gezwungen , wieder zu arbeiten, müsste einen teuren Krippenplatz suchen, eine größere Wohnung.....usw.

Sie haben sicher längst verstanden, worauf ich hinaus möchte!

Von Hartz IV lebt man bescheiden, aber als durchschnittlicher Kleinverdiener ebenso. Und obwohl ich arbeite und mir und meinen Kindern viele Unannehmlichkeiten zumute, habe ich unterm Strich nicht mehr zum Leben als eine Hartz IV-Empfängerin in gleicher Lebenssituation.

Das ist der Grund, warum immer mehr Menschen Hartz IV als ein wählbares Lebensmodell sehen. Ein Lebensmodell, das im Focus der Öffentlichkeit steht, dessen Lobby inzwischen stark ist, eine Gesellschaftsschicht, die sich vor dem Bundesverfassungsgericht ihre Rechte einklagt. Als Hartz IV-Empfängerin muss ich meine Bedürftigkeit nicht beweisen, ich bin per se arm und benachteiligt, ebenso meine Kinder. In der Bibliothek kann ich ebenso gratis ausleihen, wie verbilligt in Schwimmbäder, Museen oder zahlreiche Konzerte besuchen und vieles mehr. Ich muss nicht erwähnen, dass ich als Arbeitnehmerin mit gleichem Einkommen natürlich für all diese Dinge den vollen Preis zahle, denn ich bin per se nicht bedürftig,man nimmt an, dass ich als Arbeitnehmerin ja genug zum Leben haben müsste.

Und ich finde, dass vor allem meine Kinder gegenüber Hartz IV-Kindern benachteiligt sind, denn sie haben ihre Mutter nicht ausgeschlafen und ohne Arbeitsstress zu hause, nein, meine Kinder sind Schlüsselkinder.

Letztendlich bin ich als Arbeitnehmerin in beschriebener Lage schlechter gestellt als Hartz IV-Empfängerinnen in vergleichbaren Lebensumständen. Sollte ich nicht auch lieber umsatteln, vielleicht ein drittes Kind bekommen und das Lebensmodell Hartz IV ehelichen, dass dann treusorgend wie ein guter Ehemann für mich aufkommt, anstatt weiter solo durchs Leben zu gehen..........?

san      2010-02-11






Anzeigen

Anzeigen aufgeben
 
Konditionen:
private Anzeigen
gewerbliche Anzeigen
 
Nachrichten:
ÖKT beim Wort genommen

München, 26, April 2010. Der 2. Ökumenische Kirchentag (2. ÖKT) will zur Selbstverpflichtung anregen. ...

Großes Rockkonzertprogramm beim 2. ÖKT
München, 4. Mai 2010. Beim 2. Ökumenischen Kirchentag (2. ÖKT) spielt die Musik: An den Abenden vom 13. bis ...

Käßmann kommt zum Ökumenischen Kirchentag nach München
München (epd). Beim Ökumenischen Kirchentag in München wird die von ihren kirchlichen Leitungsämtern ...

EKD-Ratsvorsitzende Käßmann tritt zurück
Hannover/ epd: Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat am Mittwoch (24.2.2010) ihren Rücktritt ...

Bischöfin Käßmann und der Alkohol
In einer außerplanmäßigen Telefonkonferenz hatten sich alle 14 Mitglieder des 'Rates der EKD' am Dienstagabend ...

 

 


cid - christliche internet dienst GmbH
          Bibel Shop

Werbung: cid
Werbung: cid
Werbung: CS

www.bankofscotland.de
© 2005-2007, cid -christliche internet dienst GmbH